Zwangsausschaffung von über 50 Vertriebenen nach Kosovo

Ein Jahr nach den Bombenangriffen der NATO in der BR Jugoslawien werden die Vertriebenen in der Schweiz einem erneuten Nervenkrieg ausgesetzt. Mit der heutigen Zwangsausschaffung nach Prishtina, an welcher sich verschiedene Kantone beteiligten, hat das Bundesamt ein Exempel gesetzt: Wer nicht willig dem Wegweisungsbefehl Folge leistet, riskiert eine Zwangsausschaffung. Und die Zwangsmittel werden nicht zimperlich eingesetzt. Unter grossem Polizeiaufgebot sind heute morgen über 50 Personen, begleitet von ca. 50 Polizisten, in ein Charter-Flugzeug nach Prishtina verfrachtet worden.

Nach dem Zückerchen (der humanitären Aktion) nun die Peitsche. Das Bundesamt für Flüchtlinge holt zum Schlag aus. Die ersten, die es heute getroffen hat, sind nach dem 1. Juli 1999 in die Schweiz geflohen. Alle Landsleute, die nicht zurückkehren können oder wollen, werden damit absichtlich in Angst und Schrecken versetzt. Für Solidarité sans frontières bedeutet diese Politik eine Missachtung des Grundsatzes der Rückkehr in „Sicherheit und Würde".

Berm, den 12. April 2000