Kantonalisierung der Flüchtlingsbetreuung:
Auch die Gewerkschaften müssen handeln!


Das total revidierte Asylgesetz, das am 13. Juni 1999 zur Abstimmung kommt, hat nicht nur für Aslysuchende einschneidende Konsequenzen. Es betrifft auch die Fürsorge zugunsten anerkannter Flüchtlinge und hat damit Folgen für ihre Betreuerinnen und Betreuer in den Hilfswerken. Die Kantonalisierung der Betreuung von anerkannten Flüchtlingen ist sicher nicht die gravierendste Verschärfung dieser Gesetzesvorlage. Trotzdem: Wegen der arbeitsrechtlichen und sozialpolitischen Konsequenzen brauchen auch die zahlreichen Betreuerinnen und Betreuer in den Hilfswerken eine Lobby. Nicht alle Kantone werden mit den Hilfswerken Betreuungsverträge eingehen und wenn, dann muss damit gerechnet werden, dass die Arbeitsbedingungen nicht überall mehr dieselben sein werden wie jetzt. Oder anders gesagt: Unter dem Druck der zu erwartenden „Konkurrenz" unter den Hilfswerken und angesichts kantonaler Sparmassnahmen im Sozialbereich zeichnen sich - für alle Beteiligten und Betroffenen - einschneidende Veränderungen ab.

VPOD-NGO - die gesamtschweizerische Gewerkschaftssektion für Angestellte in Nichtregierungsorganisationen - will sich in den kommenden Monaten intensiver damit auseinandersetzen und einmischen. Es gilt solidarisch zu handeln mit denjenigen, die damit rechnen müssen, ihren Arbeitsplatz zu verlieren Und es gilt, vorhandenes Know-How weiterhin einsetzen zu können; zu Bedingungen, die für alle auch in Zukunft lebbar und akzeptabel sind - für die Flüchtlinge ebenso wie für ihre BetreuerInnen. So muss z.B. für die Besitzstandwahrung im Betreuungsbereich gekämpft werden. Das heisst für Löhne, Sozialleistungen, Weiterbildung, Teilzeitstellen, die Selbständigkeit ebenso wie für verschiedene Errungenschaften in der Integrationsarbeit mit anerkannten Flüchtlingen. Die Standards der Flüchtlingsbetreuung dürfen nicht auf ein Mass reduziert werden, das nicht mehr zu verantworten ist. Um dies zu verhindern, braucht es Betreuerinnen und Betreuer, die ihre eigenen professionellen Interessen - und damit die der Flüchtlinge - verteidigen.

Als gesamtschweizerische Sektion zählt VPOD-NGO bereits zahlreiche Mitglieder, die im Flüchtlingsbereich tätig und daher mit diesen Veränderungen konfrontiert sind. Sie brauchen aber noch die Unterstützung von weiteren Kolleginnen und Kollegen, um zusammen mit VPOD-NGO - und in enger Zusammenarbeit mit anderen Gewerkschafts-Sektionen - eine Struktur für ein gemeinsames Vorgehen aufzubauen.

Catherine Weber
Sekretärin VPOD-NGO

Wer sich für dieses Projekt „Folgen der Kantonalisierung" im speziellen oder für die Gewerkschaftsarbeit der Sektion VPOD-NGO im allgemeinen interessiert, kann den soeben erschienen Jahresbericht 1998 sowie weitere Unterlagen unverbindlich bestellen bei:
VPOD-NGO, Neuengasse 8, 3011 Bern
Tel. 031-312 83 28 / Fax 031-312 40 45 oder über e-mail: vpod-ngo@access.ch
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