Massnahmen gegen Rassismus und Antisemitismus

Am 21. Januar 1998 meldet ap die Gründung einer Parlamentariergruppe gegen Antisemitismus. 80 National- und Ständeräte bilden die neue Sektion des internationalen ‘interparlamentary council against antisemitism’, der auch Bundespräsident Flavio Cotti und Bundesrätin Ruth Dreifuss angehören.

Anlass für einen Hintergrundartikel der NZZ vom 22. Januar bildet die Publikation des Pestalozzianums Zürich „Sachbuch Rassismus". Die Autoren Roland Aegerter und Ivo Nezel gehen unter der Rubrik Bildung und Erziehung der Frage nach, „was die Pädagogik gegen den Antisemitismus machen kann". Sie legen viel Wert auf die Erziehung der persönlichen Identität und den Umgang mit Vorurteilen und warnen schliesslich davor, gesellschaftliche Aufgaben und Probleme zu pädagogisieren.

Der Bund berichtet am 16. Mai ganzseitig vom LehrerInnen-Kongress ‘Erziehung und Toleranz’, das am Donnerstag zuvor im Zürcher Technopark rund 300 pädagogisch Interessierte, unter ihnen Bundesrat Cotti, versammelte. Im unteren Teil der Seite wird auf das ‘Medienpaket Rassismus’ verwiesen, dass beim Pestalozzianum Verlag in Zürich bestellt werden kann. Die JR kommentiert das Ereignis am 20.5.98 im Titel mit :"Ein Tag lang tolerant".

Die Juni-Ausgabe des VPOD-Magazins für Schule und Kindergarten (Nr.107) bespricht Kongress und Medienpaket auf zwei Seiten.

Die sda streut die Nachricht der Ueberreichung des Goldenen „United Nations Award 1997" an die Eidg. Kommission gegen Rassismus für ihre Kampagne ‘Der schöne Schein’ am 26. Januar 1998.

Die Schweiz ist zum ersten Mal Gegenstand der Verhandlungen der Kommission für die Beseitigung rassistischer Diskriminierung. In ihrer 52. Session nahm die ONU-Kommission am 3. und 4. März den ersten offiziellen Bericht der Schweiz (CERD/C/270/Add1) entgegen. Die vom Ausschuss am 17. März angenommenen Abschlussbemerkungen werden in der TdG und in La Liberté vom 21. März ausführlich kommentiert. Erstere macht die Besorgnis der Kommission gegenüber dem Drei-Kreise-Modell publik: „Die Art und Weise, wie die Polizei gewalttätig bei Personen fremden Ursprungs vorgeht, ist (...) besorgniserregend". La Liberté veröffentlicht dazu ein Interview mit Karl Grünberg, Sekretär der Association romande contre le racisme ACOR und Mitarbeiter am Centre Social Protestant in Genf.

Ein Typograph-Lehrling hat mit seiner Abschlussarbit im Fach Geschichte mit dem Titel ‘Faschismus im Aargau" einen der fünf Hauptpreise zum Jubiläumsjahr ‘200 Jahre Helvetik und 150 Jahre Bundesstaat’ gewonnen. Die AZ vom 15. April 1998 stellt Autor und Arbeit vor. Darin weist er eine rechtsradikale Gruppierung im Freiamt mit dem Namen ‘Neue Hitlerjugend’ nach, „deren Organisationsgrad aber weitgehend im dunkeln blieb".

Unter dem Motto ‘Gemeinsam gegen Rassismus’ findet am 30. Mai 1998 ein Fussballspiel zwischen dem FC Thun und dem FC Prishtina Kosovo statt. Das Fussballspiel findet Erwähnung in der Tagesschau des SFDRS vom 29. Mai, in der SonntagsZeitung vom 31. Mai sowie in der Tagespresse vom 1. Juli. Das erste internationale Fussballspiel des FC Prishtina Kosovo seit dessen offiziellen Auflösung durch die serbische Besatzungsmacht gibt der Presse Anlass, einmal anders über den Konflikt zu berichten. Die SonntagsZeitung: „Was die Fussballer aus Prishtina nach ihrer Rückkehr in die Isolation erwartet, wissen sie noch nicht. Morina: ‘Vielleicht werden wir von der serbischen Polizei nur kontrolliert, vielleicht aber auch verhaftet’".

Die Ausstellung ‘Schweizer Juden’ wird im Bund vom 12. Juni 1998 vorgestellt. In der von der Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz und von der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus getragenen Wanderausstellung wird gezeigt, „wer die 17 500 Schweizer Juden sind, was sie beschäftigt, wie sie arbeiten und wie sie in einem christlichen Land ihren Glauben leben". Die Ausstellung wird 1998 und 1999 in verschiedenen Schweizer Gemeinden zu sehen sein. Das IW berichtet am 5.6.98 darüber, die AZ gibt am 17. Juni der Ausstellung in St.Gallen ebenfalls Platz im redaktionellen Teil.

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