Zigeuner/Fahrende

„Unerwünscht. Polizei wies Fahrende vom Rastplatz Würenlos weg". Die Berner Polizei hatte „ihre Aargauer Kollegen von der möglichen Invasion Fahrender informiert", letztere haben den Rastplatz vorsorglich verriegelt (AZ 13.8.98). In Baden antwortet der Stadtrat einem Postulat: „Keine geeigneten Plätze für Fahrende" (AZ 5.9.98). In Wettingen opponiert ein Anwohner gegen den Durchgangsplatz" (AZ 20./22.10.98).

Jenische Woche in ‘Schweiz aktuell’ zwischen dem 24. und 28.8.98. Am Montag porträtiert das Fernsehen DRS San Vittore. Dort konstituiert sich gerade ein Komitee gegen die Fahrenden (CdT 28.8.98). Eine von 360 Personen unterzeichnete Petition an die Bündner Regierung fordert, die Polizei habe „dafür zu sorgen, dass die Fahrenden der Gemeinde fernbleiben" (NLZ 26.9.98). „Weder in Bioggio, noch in Bedano und Rivera können vorläufig Standplätze für Fahrende zur Verfügung gestellt werden" (TZ 1.10.98).

Cazis, am 25.8.98 von ‘Schweiz aktuell’ besucht, hat hingegen ein Standplatz befürwortet. Kurz zuvor hatte die nahe Gemeinde Trimmis zwar ein solches ebenfalls befürwortet, jedoch die Aufnahme jenischer Kinder in die Dorfschule verweigert. Der Schulalltag eines jenischen Schülers in Cazis wird deshalb in Bild festgehalten (Die Südostschweiz 26.8.98).

Am 26.8.98 wird die Sendung aus Winterthur ausgestrahlt, wo anfangs Oktober „der Gemeinderat eine interne Regelung für die Belegung des ‘Heiget-Platzes’ durch Fahrende" erstellt hat (Landbote 6.10.98).

Am 28.8.98 besucht schliesslich das Team Berns neuer Standplatz. Nach 20 Jahre ‘Providurium’ zwischen Zentralwäscherei, Autobahn und Oeltanks, bei Lärm, Platzmangel und schlechter Luft, zieht das Ehepaar Minster ins zehnte der insgesamt 36 Grundstücke des 15'000 Quadratmeter umfassenden Standplatzes Buech (Bund 25.8./26.10.98, TdG 26.10.98). Scharotl, die Zeitung des jenischen Volkes, widmet das Thema seiner Dezember-Ausgabe dem Buech.

Die September-Ausgabe von Vielfalt, Zeitschrift der Gesellschaft für bedrohte Völker, bespricht eingehend die im Juni vom Bund vorgestellte Studie über das ‘Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse’. In einem Kasten mit dem Titel „Die Jenischen wieder übergangen" stellt die Gesellschaft fest, im Ersten Bericht der Schweiz zur Umsetzung des Internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte seien die Jenischen nicht einmal als schweizerische Minderheit erwähnt (vgl. auch Scharotl Nr.4, Dezember 98, ohne Kasten).

„Die eidg. Kommission gegen Rassismus nutzt das Jubiläumsjahr (...) und fordert insbesondere den Bund (...) auf, sich für eine weitere Verbesserung der Lebensbedingungen der nichtsesshaften Minderheit in unserem Land einzusetzen". Am 25.10.98 streut die sda diese Meldung an die Tagespresse. Bund, NZZ, BaZ, TA und le temps listen die vorgeschlagenen Aenderungen und Anpassungen „verschiedenster Reglemente" auf, die die Kommission vorschlägt. TdG und Bund nehmen den gleichzeitig stattfindenden Tag der offenen Türen im neuerstellten Berner Standplatz Buech als Anlass für einen ausführlicheren Bericht.

„Basel, 7.11.98: Der Therwiler Gemeinderat wehrt sich gegen einen Durchgangsplatz für Fahrende. (...) Auch bei anderen Gemeinden sind die Pläne des Kantons auf Widerstand gestossen (BaZ, zitiert in Scharotl Nr.4, Dezember 98)).

„Die Phil.-Hist. Fakultät Basel verleiht die Würde einer Ehrendoktorin phil.I an Mariella Mehr, ‘die mit eindrücklichem Engagement für die Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus eintritt’" (BaZ 28.11.98/Zürcher Unterländer 6.10.98, zitiert in Scharotl Nr.4, Dezember 98).


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