Schweiz: Ein Essay über den Staatsrassismus (1900 - 1942)

Anne Weill-Lévy, Karl Grünberg, Joelle Isler


Nach dem Ende des 1. Weltkrieges betrauten die Schweizer Behörden einen Kreis nationalistischer, rassistischer und antisemitischer Juristen mit der Schaffung der Zentralstelle der Fremdenpolizei. Diese Männer haben einen Polizeiapparat aufgebaut und Sprachregelungen verwendet, die zum Rassenhass aufstachelten - den sogenannten Überfremdungsdiskurs. Damit verwandelte sich der Schweizer Patriotismus in eine Staatsxenophobie.

Diese Realität wird seit langem verschleiert; und es scheint übertrieben, von staatlicher Xenophobie zu sprechen. Deshalb haben die Autoren des erwähnten Essays Texte und Stellungnahmen ausgewählt und zitiert, die eine deutliche Sprache sprechen.

Mit der Behauptung, die Schweiz habe den Antisemitismus verhindert, indem sie die Grenzen für die Juden schloss, hat der offizielle Diskurs die Wahrnehmung des hitlerischen Antisemitismus verhindert. Obwohl sie um die Tatsache der „Endlösung" wussten, haben die Behörden beschlossen, die Schweiz nicht zum Zufluchtsland für die Juden zu machen.

Heute taucht das Gespenst des Nationalismus, des Rassismus und des religiösen Integrismus wieder auf. Deshalb ist es wichtig, nach den Umständen zu fragen, die diese Ideologie im Rahmen demokratischer Institutionen und ohne das Auftreten von Gewaltakten der extremen Rechten an die Macht gebracht haben. Denn der offizielle „Überfremdungsdiskurs" hat sich nicht geändert.

Die Autoren des vorliegenden Essays sind der Meinung, dass jetzt der Moment gekommen ist, einer fast ein Jahrhundert alten rassistischen Gesetzgebung in Sachen Ausländerrecht ein Ende zu setzen. Sie möchten, dass dieses Werk zur Diskussion um diese demokratische Reform beiträgt.

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