Kampagne für die Sans-papiers
Menschenwürde braucht keine Papiere

„Sans-papiers" sind ausländische Menschen, die ohne Aufenthaltsbewilligung bereits Jahre oder gar Jahrzehnte in der Schweiz leben und arbeiten. Im 50. Jahr der UNO-Menschenrechtserklärung und im 150. Jahr des schweizerischen Bundesstaates lancieren wir eine Kampagne für die Sans-papiers, um dazu aufzurufen, auch die Würde jener Menschen zu respektieren, die zu „Sans-papiers" gemacht worden sind.

Unsere Kampagne

Wir lancieren die Kampagne für die Sans-papiers,

Unsere Forderungen

Unserer Kampagne liegt die Vision zugrunde: „Alle Menschenrechte für alle". Trotzdem gibt es Forderungen, die sofort realisiert werden können:

  1. Den Sans-papiers, die hier seit einiger Zeit leben und arbeiten, soll, gemäss noch zu bestimmenden Kriterien, die Möglichkeit geboten werden, ihre Situation zu regeln (Annahme und Verwirklichung der Motion von SP-Nationalrätin Angeline Fankhauser für eine Amnestie zu Gunsten der Sans-papiers).
  2. Der gesamten ausländischen Bevölkerung sollen die Menschenrechte gewährleistet und das Drei-Kreise-Modell aufgehoben werden.
  3. Es sollen auf der Ebene von Bund und Kantonen Kommissionen zur Umsetzung dieser Forderungen geschaffen werden.
  4. Personen, Institutionen und Organisationen, die sich für Sans-papiers einsetzen, sollen eine umfassende Immunität geniessen.

Unsere Ziele

Die an dieser Kampagne beteiligten Organisationen setzen sich zum Ziel,

Die Sans-papiers

Wer sind Sans-papiers?

Sans-papiers sind ehemalige Saisonniers oder JahresaufenthalterInnen, die seit langem in der Schweiz arbeiten; Kinder, die ohne Bewilligung zu ihren Eltern in die Schweiz reisen; Frauen, die im Haushalt oder im Sexgewerbe arbeiten und ihre Bewilligung verloren haben; Ehefrauen, die wegen einer Scheidung ihr Aufenthaltsrecht eingebüsst haben; Personen, die ihr Aufenthaltsrecht verloren haben, usw.

Oft leben Sans-papiers unter prekären Verhältnissen, können sich keinen eigenen Wohnraum mieten, haben Angst, einen Arzt aufsuchen, können sich rechtlich nicht gegen Ausbeutung und Misshandlungen wehren, ohne ihre Existenz aus Spiel zu setzen. Eine Schwangerschaft wird für Frauen in dieser Situation zum kaum überwindbaren Problem.

Die Sans-papiers leben mitten unter uns. Sie sind NachbarInnen, ArbeitskollegInnen und Bekannte. Oft begegnen wir Ihnen, ohne zu wissen, dass sie Sans-papiers sind.

Wie wird man Sans-papiers?

Sans-papiers sind Menschen, die zur Migration gezwungen werden. Nicht selten ist die Emigration die einzige Möglichkeit, am Leben zu bleiben. Erreichen die Migrierenden die einflussreichen Länder, stossen viele von Ihnen auf eine Mauer von einschränkenden und ausgrenzenden administrativen Vorschriften, die sie zu Sans-papiers machen. Andere werden während ihres Aufenthalts zu Sans-papiers, weil die Vorschriften ändern oder, weil der sogenannte Aufenthaltszweck, z.B. die Ehe, wegfällt.

Sans-papiers sind Opfer der politischen Verhältnisse ihrer Herkunftsländer: Die Zerstörung autonomer Wirtschafts- und Sozialstrukturen sowie die externe politische und wirtschaftliche Unterstützung von undemokratischen Regimes führen in vielen Ländern zu einer Politik systematischer Menschenrechtsverletzungen. Als Lösung für die weltweit vernetzten Probleme hilft den Sans-papiers nur eine Wirtschaftsaussenpolitik aufgrund von Menschenrechtsrichtlinien.

Was tun die Sans-papiers?

Um leben zu können, arbeiten die Sans-papiers häufig dort, wo Einheimische nicht arbeiten wollen. Sans-papiers reinigen die Städte, Privatwohnungen und Geschäftsräume. Sie bauen Häuser und arbeiten in der Landwirtschaft. Sie arbeiten in der Alters- und Kinderfürsorge. Sie helfen in den Haushalten und ermöglichen vielen Männern und Frauen, gleichzeitig ihren beruflichen und familiären Verpflichtungen nachzukommen.


DIE TEILNEHMENDEN ORGANISATIONEN

Kontaktadresse der nationalen Arbeitsgruppe "Sans-Papiers":

BODS, Neuengasse 8, 3011 Bern, Tel. 031/311 07 70, Fax 031/311 07 75

Kontaktpersonen:

Angeline Fankhauser (Tel. 061/402 15 33)
Anni Lanz (Tel. 031/311 07 70)
Karl Grünberg (Tel. 022/807 07 16)
Stephan Auerbach (Tel. 026/424 21 25)

Diese Kampagne wird von der nationalen Arbeitsgruppe "Sans-Papiers" koordiniert, die aus den folgenden Organisationen besteht (Stand am 5. März 1998):

Association romande contre le racisme ACOR Lausanne; Babaylan Schweiz; Bewegung für eine offene, demokratische und solidarische Schweiz BODS; Centre de contact Suisses-immigrés CCSI / SOS Racisme Freiburg; Centre de contact Suisses-immigrés CCSI Genf; Centre social protestant CSP Lausanne; Frauen-Informationszentrum FIZ Zürich; Geneva Forum for Philippine Concerns Genf; Gesellschaft Schweiz-Philippinen GSP Zürich; Gewerkschaft Bau und Industrie GBI La Côte; Gewerkschaft Bau und Industrie GBI Zürich; Institut de recherche et de documentation de l'Île de Quisqueya IRDIQ Genf; Mouvement des travailleurs saisonniers ex-yougoslaves sans-papiers Lausanne; Schweiz. Arbeiterhilfswerk SAH - Communication Lausanne; Schweiz. Gewerkschaftsbund SGB; Syndicat interprofessionnel des travailleuses et des travailleurs SIT Genf.

Die Gruppe wird präsidiert von Nationalrätin Angeline Fankhauser.


Organisationen, die die Kampagne unterstützen (Stand am 28. April 1998):

Abteilung Migration und Menschenrechte des Schweiz. evangelischen Kirchenbundes SEK; ® Aletrnative Liste/Linkes Bündnis Zürich ® Aquí nosotras Schweiz ® Association romande contre le racisme ACOR Lausanne ® Asylkomitee Bern ® Asylkoordination Schweiz ® Augenauf Baselstadt/Baselland ® Babaylan Schweiz ® Bewegung für eine offene, demokratische und solidarische Schweiz BODS ® Caritas Zürich ® Centre de contact Suisses-immigrés CCSI / SOS Racisme Freiburg ® Centre de contact Suisses-immigrés CCSI Genf ® Centre social protestant CSP Lausanne ® Christlicher Friedensdienst cfd ® C.L.I. ® Conf. des syndicat Chrétiens, Bern ® CSS ® ELISA Genf ® Flüchtlingsgruppe Dreifaltigkeit Bern ® Frauen-Informationszentrum FIZ Zürich ® Frauenhausteam Winterthur ® Frauen für den Frieden, ZH ® .FraP! ® Zürcher Freiplatzaktion ® Geneva Forum for Philippine Concerns Genf ® Gesellschaft Schweiz-Philippinen GSP Zürich ® Gewerkschaft Bau und Industrie GBI Freiburg ® Gewerkschaft Bau und Industrie GBI La Côte ® Gewerkschaft Bau und Industrie GBI Zürich ® Grupo Atitude ® Grünes Bündnis GB Bern ® Kirchliches Amt für Migrationsfragen AMI Bern-Jura ® Institut de recherche et de documentation de l'Île de Quisqueya IRDIQ Genf ® Kosovo-urgence Lausanne ® Maharlika Switzerland ® Manolya ® MigrantInnenraum Aargau ® Mouvement des travailleurs saisonniers ex-yougoslaves sans-papiers Lausanne ® Netzwerk Solidarität mit illegalisierten Frauen ® SMUV Zürich ® PdA Zürich ® Schweiz. Arbeiterhilfswerk SAH - Communication Lausanne; Schweiz ® Gewerkschaftsbund SGB ® Solidaritätsgruppe ImmigrantInnen Bern ® SOS Asile Waadt ® Syndicat interprofessionnel des travailleuses et des travailleurs SIT Genf ® Team für interkulturelle Konflikte ® Théâtre Spirale Genf.

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