BODS (Bewegung für eine offene, demokratische Schweiz), Bern

Bern, den 11. August 1999 Pressecommuniqué

Aufhebung der kollektiven vorläufigen Aufnahme heisst Aufhebung des Aufenthaltsstatus für viele Flüchtlinge aus Kosova - auch für langanwesende

Die angekündigte Aufhebung der kollektiven vorläufigen Aufnahme für Kosova-Flüchtlinge wird kürzlich eingereisten Flüchtlingen in der Regel weniger Probleme bereiten, als jenen, die schon vier, fünf, acht oder über zehn Jahre in der Schweiz leben, deren Kinder hier geboren und/oder zur Schule gehen. Viele unter ihnen haben ebenfalls erst kürzlich eine vorläufige Aufnahme erhalten. Sie fühlten sich erleichtert und ahnten nicht, dass ihnen diese kollektive Aufnahme schon nach ein paar Monaten oder Wochen wieder weggenommen würde.

Aus unserer konkreten Zusammenarbeit mit Flüchtlingen kennen wir zahlreiche Kosova-AlbanerInnen, die schon seit vielen Jahren in der Schweiz leben und nun mit der kollektiven vorläufigen Aufnahme ihre Perspektiven verlieren. Besonders hart sind davon Kinder und Jugendliche in Ausbildung betroffen. Beispielsweise die Familie B., die 1991 mit ihren - nun seit langem eingeschulten - Kindern in die Schweiz flüchtete. Oder die Familie A. die ebenfalls 1991 in die Schweiz kam, deren Kinder hier geboren wurden und hier in die Schule, bzw. in den Kindergarten gehen. Oder die 1995 in die Schweiz geflüchtete Familie C., deren Kinder auch seit bald 4 Jahren hier in die Schule gehen. Die Asylanerkennungsquote war für Flüchtlinge aus Kosova ausserordentlich tief, wiewohl die europäischen Regierungen nach Einsetzen der NATO-Bombenangriffe festgestellt haben, dass in Kosova seit langem eine brutale Vertreibungspolitik betrieben worden ist. So haben zahlreiche Flüchtlinge kein Asyl erhalten, und manche sehen sich mit der aufgehobenen vorläufigen Aufnahme zur Rückkehr gezwungen.

Wir erwarten, dass das zeitliche Rückkehrprogramm nicht nur die Freiwilligkeit der Rückkehr, die Anwesenheitsdauer und die Situation des Herkunftsortes berücksichtigt, sondern dass auch für langanwesende Kosova-AlbanerInnen eine humanitäre Lösung gefunden wird.

Mit freundlichen Grüssen
Anni Lanz

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