Staatsfeinde oder SchwarzundWeiss

Jürgmeier

Chronos Verlag, Mai 2002

Das neu erschienene Buch ist sowohl ein literarisches Werk als auch eine spezielle Form der Geschichtsschreibung. Die jahrzehntelange Überwachung durch Staatsschutz und Geheimdienste ist dabei nur ein „linker" Faden – die Biographien und Erinnerungen der ProtagonistInnen sind fest eingebunden in zeitgenössisches Geschehen, entsprechende Zitate aus Medien und Flugblättern, ergänzt mit Interviews und Kommentaren der Porträtierten lassen die Vergangenheit wieder gegenwärtig werden.

Die literarische Reportage von Jürgmeier ist gerade auch für jüngere Leute eine besondere Art „Geschichtsbuch". Sie erinnert an wichtige Daten und politische Ereignisse und an Themen, die bis heute – leider – aktuell geblieben sind: Südafrika, Krieg, Extremismus-Debatte, Antisemitismus, Pazifismus, Demonstrationen und staatliche Gewalt, Ausweisungen, Berufsverbote, Denunziation, Jugendpolitik.

Sicher und prägnant führt uns Jürgmeier durch die Geschichten von Leni Altwegg, Hansjörg Braunschweig, Victor und Elsie Schiwoff, Anjuska und Jochi Weil, Emilio Modena. So ernste und auch traurige Momente hier aufgezeichnet werden, bleibt – konfrontiert mit der Erinnerung und den (hartnäckigen) Fragen des Autors - immer wieder Platz für Humor, für ein Schmunzeln.

Ein Buch zum Selberlesen und Weiterschenken. Nicht zuletzt dank den vielen Spenderinnen und Spender der Stiftung ASS ist dieses Projekt zustande gekommen. Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden info@chronos-verlag.ch, es ist auch in jeder guten Buchhandlung erhältlich.